Klimaneutral durch CO2-Kompensation

Ein Beitrag von Emilie Kleinheinrich (Praktikantin des fesa e.V.)

Der CO2-Fußabdruck ist ein wichtiges Instrument zur Bewertung unserer Klimawirkung. Er gibt an, wie viel CO2 bei einer Aktivität, einem Prozess oder einer Handlung freigesetzt wird. Darunter fallen z.B. Einkauf, Wohnen, Mobilität, Events, Reisen uvm.. Um Klimaneutralität zu erreichen müsste der gesamte CO2-Ausstoß im Grunde auf Null gebracht werden. Da sich nicht jede Art der Emission vermeiden lässt (Bsp.: Geschäftsflugreise oder die Herstellung eines bestimmten Produktes), ist das Ziel, vermeidbare Emissionen zu umgehen und nicht vermeidbare Emissionen auszugleichen.

Für eine nationale, oder gar globale Klimaneutralität, müssen die Stellschrauben durch die Politik maßgeblich gedreht werden. Doch, wir Bürger:innen können bereits heute klimaneutral leben – mithilfe von Reduktion und Kompensation. Voraussetzung für eine zielgerichtete Reduktion des eigenen CO2-Ausstoßes ist im ersten Schritt sich über diesen zu informieren. Im Internet gibt es hierzu zahlreiche CO2-Rechner, mit denen sich der persönliche Fußabdruck bestimmen lässt, z.B. auf der Seite des Umweltbundesamts. Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck pro Kopf betrug 2020 in Deutschland 11.17 Tonnen CO2 pro Jahr (Umweltbundesamt o.J.). Dort kann man auch herauslesen in welchen Bereichen man besonders viele Emissionen ausstößt und beginnen diese zu reduzieren. Alle Emissionen, die darüber hinaus nicht selbst eingespart werden können, können dann kompensiert werden.

Qualitativ gesicherte Kompensation durch 3fürsKlima

Die Angebote an Kompensationsmöglichkeiten sind vielfältig. Sie alle wollen auf z.T. unterschiedliche Weise ein klimaneutrales Leben ermöglichen. Einige Anbieter setzen z.B. auf den Aufkauf und die Stilllegung von sogenannten CO2-Zertifikaten, welche Unternehmen ermöglichen eine bestimmte Menge CO2 pro Zertifikat zu verbrauchen, andere investieren die Kompensationsbeiträge in Klimaschutzprojekte. Um hier nicht den Überblick zu verlieren und die wirksamsten Kompensationsprojekte zu finden, wurde der Verein 3fürsKlima ins Leben gerufen. Der Verein wurde am 23.02.2020 in Berlin gegründet und besteht aus einer Gruppe aus teils hauptamtlich und teils ehrenamtlich engagierten Menschen aus ganz Deutschland. Das Ziel des Vereins ist es, das Pariser Klimaschutzziel schon heute umzusetzen und klimaneutral zu leben. Dazu soll vor allem die Wirkung des individuellen Handelns auf ein Maximum potenziert werden. Die Motivation besteht also darin, viele Menschen abzuholen, die mit der Klimapolitik unzufrieden sind und selbst aktiv werden wollen. Das Bemühen vieler Einzelner soll dann gebündelt werden, sodass neben der positiven Klimawirkung auch ein großes Signal an Politik, Unternehmen und Gesellschaft entsteht.

3fürsKlima setzt auf drei Schritte zu einem klimaneutralen Leben. Der erste Schritt besteht darin, den persönlichen Fußabdruck zu reduzieren. Hierbei stellt 3fürsKlima einfache und effektive Tipps zur Verfügung. Der zweite Schritt ist dann der Ausgleich von nicht vermeidbaren Emissionen durch eine Spende an Klimaschutzprojekte, welche das Klima und die Lebensbedingungen anderer verbessern sollen. Hierfür arbeitet 3fürsKlima momentan mit sieben Kompensationsanbietern zusammen. Alle Partner unterstützen vor allem Projekte im globalen Süden im Bereich der Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Umweltbildung, sowie Wiederbewaldungs- und Neuaufforstungsmaßnahmen, welche den Druck auf Wälder und Hot Spots der Biodiversität reduzieren. Ein Partner kompensiert CO2 durch den Aufkauf von CO2-Zertifikaten, wodurch eine Reduktion von Emissionen in Europa erzwungen wird. Ein Flug von Frankfurt nach New York – als veranschaulichendes Beispiel – mit einer Strecke von etwa 6.200km und einem Ausstoß von etwa 1.2t CO2 kostet je nach Kompensationspartner 20 bis 40 Euro. Der dritte Schritt, welcher 3fürsKlima auch besonders von anderen Anbietern abhebt, ist, seinen Handabdruck zu vergrößern. Das bedeutet, dass andere motiviert werden sollen ebenfalls ihr CO2 zu reduzieren oder sogar klimaneutral zu leben. Konkret soll jedes Mitglied zwei weitere Menschen motivieren, auch Mitglied zu werden.

Die Mitgliedschaft bei 3fürsKlima läuft über einen Jahresbeitrag. Zusätzlich enthält die Mitgliedschaft eine Verpflichtungsklausel zu einer klimaneutralen bzw. klimapositiven Lebensweise im Sinne des Dreiklangs fürs Klima.

Im Gespräch mit Michael Bilharz von 3fürsKlima erhielten wir noch einige zusätzliche Informationen. 3fürsKlima fördert hauptsächlich Projekte im globalen Süden, da es für Projekte hier in Deutschland eine vielfältige Förderlandschaft gäbe und der Nachweis der Zusätzlichkeit nicht so einfach sei. „Die Projekte im globalen Süden jedoch würden ohne die Spenden von Privatleuten wahrscheinlich nie umgesetzt werden“ merkt Bilharz an. Außerdem habe 3fürsKlima neben der Nachhaltigkeit auch einen politischen Anspruch und Bildungsauftrag. Die ausgewählten Projekte im globalen Süden hätten neben den positiven Klimawirkungen auch soziale Vorteile für die einheimische Bevölkerung. Was 3fürsKlima einzigartig macht: „Wir nehmen dem oder der Einzelnen die Suche nach dem richtigen Kompensationsanbieter und die schwierige Frage, was denn nun gute Projekte seien, ab“, betont Bilharz. Dabei setzt 3fürsKlima bewusst nicht nur auf einen, sondern auf mehrere gemeinnützige Anbieter.  

Die Schattenseiten von CO2 Kompensationen

CO2 Kompensationen können, wenn falsch gemacht, dem Klima auch auf zwei Weisen schaden: Ein schlechter Kompensationspartner kompensiert CO2 nicht wie besprochen, wodurch zu wenig oder nur unzuverlässig CO2 kompensiert wird. Außerdem können sich Unternehmen, die schlicht ihr umweltschädliches Geschäftsmodell nicht ändern wollen, durch Kompensationen einen vermeintlich grünen Anstrich verleihen.

Quelle: 3 fürs Klima e.V.

Quellen:

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