Ein Rückblick auf das 2. Regionale Klimagespräch für den Landkreis Emmendingen

Ein Beitrag von Lea Brockhoff (Praktikantin des fesa e.V.)

Der Klimawandel schreitet voran: 1,5 Mrd. Euro Versicherungsschäden durch Extremwetterereignisse alleine bis zur Jahreshälfte – und das im Klimawahljahr 2021! Die Klimakrise ist allgegenwärtig und immer deutlicher spürbar, zuletzt vergegenwärtigt durch die verheerende Überschwemmungskatastrophe in Nordrhein-Westphalen und Rheinland-Pfalz. Auch immer mehr Bürger:innen ist die große Handlungsnotwendigkeit im Bereich Klima- und Naturschutz bewusst. Vor diesem Hintergrund haben sich zwölf lokale Klima- und Naturschutzinitiativen aus dem Landkreis Emmendingen am 22. Juni 2021 zu einem ersten Regionalen Klimagespräch getroffen. Hierdurch wurden Menschen in einer Region zusammengebracht, um sich über Klimaschutzthemen auszutauschen und gemeinsam Projektideen zu entwickeln. Getragen wurde die Vernetzungsidee von der Leitfrage „welche Themen und Fragestellungen möchten wir gerne mit anderen Initiativen vertiefen?“ und ist initiiert vom Förderverein Zukunftsenergien SolarRegio e.V. Kaiserstuhl und der Klimafit-Initiative aus Emmendingen.

Abb. 1: Einführung in das 2. Regionale Klimagespräch (Quelle: fesa e.V.)

Am Samstag den 24. Juli fand in der Gesundheitsschule Südwest das nachfolgende Treffen, das zweite Regionale Klimagespräch für den Landkreis Emmendingen statt. Rund 40 aktive und interessierte Bürger:innen sowie Vertreter:innen aus über zehn Initiativen aus dem Landkreis kamen für diese Nachfolgeveranstaltung zusammen. Die im Juni geknüpften Kontakte sollten im Rahmen des zweiten Klimagespräches nun vertieft werden, der Dialog intensiviert und gemeinsam erste konkrete Gedanken zu weiterfolgenden Projektideen, Events oder Handlungsoptionen ausgereift werden. Es gehe hierbei darum, voneinander zu lernen und durch eine Vernetzung ein gemeinsames Sprachrohr zu schaffen, um eine Mitgestaltung in der Kommunalpolitik zu erreichen, so Mona Speth, Moderatorin der Veranstaltung, Stadträtin in Emmendingen und Mitglied der Klimafit-Initiative. [1]

Die Teilnehmer:innen des Vernetzungstreffens teilten sich nach einer Vorstellungsrunde und kurzer inhaltlicher Einführung in Gruppen auf und tauschten sich an Thementischen über signifikante Bereiche und Handlungsfelder wie Natur- und Klimaschutz, Bürgerenergiewende, Ernährung und regionale Erzeugung, politische Mitwirkung bei der Gestaltung klimaneutraler Kommunen sowie Stärkung lokaler Klimaschutz- und Naturschutzinitiativen aus. So konnten gemeinsam und interaktiv die größten Herausforderungen und Vernetzungspotenziale identifiziert werden sowie Ideen für weitere Handlungsoptionen, geleitet von dem Aspekt der Klimagerechtigkeit, entwickelt werden.

Nach folgender Präsentation der Ergebnisse und Ideen sowie weiteren offenen Fragen und Anregungen im Open Space wurden Projektideen für Klima- und Naturschutz konkretisiert (siehe Abb. 2). In einer anschließenden Abstimmung erhielten fünf greifbare Projektideen die Mehrheit, die es nun weiterzuentwickeln gilt. Dies ist zum einen eine Koordinierungsstelle “Engagement und Ehrenamt”, als Anlaufstelle für Fragen, Anregungen und weitere Zusammentreffen. Eine künstlerische und informative Öffentlichkeitskampagne auf Discounter Parkplätzen zu Klimawandel und Arten sowie Artensterben vor Ort sowie die Forcierung und Unterstützung der Bürger:innenbeteiligung durch beispielsweise eine App oder Klimabürgerräte sind ebenfalls unter den fünf gewählten Projekten. Weitere Idee ist ein Ernährungsrat für den Landkreis Emmendingen, um Synergien und positive Wechselwirkungen zwischen regionalen Erzeugern und Produzenten sowie Gatsronomie, Schulküchen, Kommunen und Direktverbrauchern zu erreichen und einer Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken. Fünfte Idee ist die Ausweitung des Riegeler Modellprojektes „Agrosolar“, welches Photovoltaikpanele für Rebhänge zur Verfügung stellt. So wird nicht nur lokal grüne Energie erzeugt, sondern der Zusatzeffekt einer Teilverschattung wirkt sich positiv auf das Wachstum der Pflanzen aus.

Abb. 2: Ergebnisboard der Abstimmung für weiterführende Projektideen (Quelle: fesa e.V.)

Dass das viereinhalbstündige Vernetzungstreffen ein voller Erfolg war, konnte auch Mona Speth bestätigen. So soll das Vernetzungstreffen weitergeführt werden und mindestens einmal jährlich stattfinden. Über die Karte von Morgen sowie der WeChange-Gruppe Klimanetz Breisgau werde man miteinander in Kontakt bleiben, auch neue Mitglieder sind stets willkommen. [1]

Quellen: [1]: Emmendinger Tor, Ausgabe 28.Juli 2021, S. 4. Online verfügbar unter: https://de.calameo.com/read/0037438209c3fa1e8d2e7

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